Methodik
Der Fachbereich X/2 prüft vorhandene Forschungs- und Evaluationsmethoden auf ihre Eignung für die jeweilge Fragestellung, beschafft, falls vorhanden, entsprechende Ressourcen und entwickelt eigene Methoden. Das Thema „helfendes Verhalten“ ist nur scheinbar umfassend erforscht, es bestehen jedoch große Wissens- und Erkenntnislücken. Diese zu schließen ist ausschließlich mit bestehenden Instrumenten nicht möglich, da für viele Bereiche noch keine Messinstrumente etabliert sind.
Simulationsexperimente stellen eine Möglichkeit dar, Verhalten von Menschen zu überprüfen. Dabei unterscheiden wir zwischen der sog. Feld-Simulation und der Labor-Simulation:
Bei der Feld-Simulation wird das Verhalten von Menschen in scheinbar realen Situationen im „Feld“, also einer Alltagssituation, beobachtet. Dies kann ein gestellter, also vorgespielter Unfall sein oder eine plötzliche Erkrankung oder eine Konflikteskalation zwischen Schauspielern. Die zu beobchtende Person ist keine Versuchsperson im eigentlichen Sinn, denn mindestens zu Beginn der Beobachtung besteht keine Aufklärung über die Teilnahme an einer Untersuchung bzw. die Beobachtung. Bekannt ist diese Art von Feld-Simulation aus den Medien, wenn unter Kamerabeobachtung das Verhalten von Passanten und Verkehrsteilnehmern bei gestellten Unfallszenen beobachtet wird. Aus mehreren Gründen lehnen wir diese Art Feld-Simulation ab: Durch die fehlende vorherige Aufklärung der „Versuchsperson“ sind, für die korrekte Durchführung einer Studie erforderliche elementare Bestandteile nicht erhebbar, z. B. die Risikofolgeabschätzung, die Datenschutzaufklärung und -einwilligung. Aufgrund der Unkenntnis der personenbezogenen Eigenschaften der „Versuchsperson“ sind außerdem etwaige Schlussfolgerungen aus dem Verhalten kaum bzw. gar nicht möglich und damit die Aussagekraft der „Untersuchung“ fraglich bzw. hinfällig. Auf der anderen Seite ist die Intention der Medien verständlich, diese Feld-Simulation anzuwenden, da sich scheinbar Vermutungen („keiner hilft“) bildlich darstellen lassen.
Die Labor-Simulation hingegen prüft an einer standardisierten Situation bei vorher aufgeklärten und eingewilligten Personen das Verhalten. Je nach Fragestellung kann der wahre Zweck der Untersuchung, eventuell auch nur zeitweise, verborgen bleiben, um keine Voreingenommenheit der Versuchsperson auszulösen. Ein solch verborgener Untersuchungszweck wird jedoch im Vorlauf zwingend auf Risiken geprüft, außerdem werden die Versuchspersonen auch nach Simulationsende umfassend betreut.
Mehr zum Thema Simulationen erfahren Sie in Kürze.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns immer wichtig. Besonders aber bei der Verarbeitung von Gesundheits- und Sozialdaten unternehmen wir größte Anstrengungen, personenbezogene Daten zu schützen. Dies beginnt bei der Auswahl von Adressdaten (Namen mit Postanschriften, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Social-Media-Kontakte) und endet bei Verschlüsselungsverfahren (Pseudonymisierung, Anonymisierung) und Löschung der Daten. Für Daten, die im Zusammenhang mit Forschungsvorhaben erfasst, verarbeitet und gespeichert werden, ist zuständig:
Sachgebiet X/2-6 Datenhaushalt

